Sonntag, 11. September 2016

Noch nicht ausgestorben: Die klassische Nullung!

oder: Pfusch am Bau vom Fachmann


Wer schon mal ein Haus gekauft hat, der weiß, dass nach der Schlüsselübergabe eine Menge Arbeit auf einen wartet, völlig normal ist dabei wohl, dass die eine oder andere Katastrophe passiert ...

Die 20 Jahre alte Küche haben die alten Eigentümer netterweise entfernt. Nachdem wir Tapeten und Fliesenspiegel das gleiche Schicksal zugefügt haben und eine neue Küche geordert ist, kommt ein Mitarbeiter von Elektrotechnik Z. und läasst sich von Möbel F. bezüglich der zu verlegenden Steckdosen einweisen.

"Morgen früh gegen 7:30 Uhr könnten wir das machen. Wenn Sie da nicht können, kann ich Ihnen nicht sagen, wann wir wieder Zeit haben", offenbart mir der 2-Meter-Mann.

Klarer Fall von "Jetzt oder gar nicht", auf den ich mich (natürlich) einlasse.

"Gegen 7:30 Uhr" ist dann mehr 7:50 Uhr als 7:45 Uhr, als der "Obermonteuer" (lese ich später auf der Rechnung) vorfährt. Eine an die Wand gemalte Dosenansammlung kann er im Laufe des Vormittags nicht umsetzen, "da dort die Kabel verlaufen. Ich habe aus Versehen schon rein gebohrt". Sie werden an die Wand daneben gelegt.

Etwa 15 Minuten vor "Mittag" (= 12 Uhr) darf ich einen Materialzettel unterschreiben und weg ist der Herr Obermonteur, left (nahezu) nothing but footprints.


Zwei Tage später ist Tapeten-Abzieh-Einsatz im großen Stil. Beim Versuch, einen Dampfreiniger im Dachgeschoss zu verwenden, müssen wir feststellen, dass dort alle fünf Steckdosen keinen Saft liefern. Bei meinem Anruf bei Elektrotechnik Z. wird erstmal vermutet, dass es nicht unbedingt einen Zusammenhang mit dem Besuch des Obermonteuers geben müsse, das könne "auch Zufall" sein! Trotzdem wird "nach Mittag gegen 13 Uhr" jemand vorbei kommen.

Der schon bekannte Herr Obermonteur geht geschäftig an mir (im Flur Tapeten abziehend) vorbei und pendelt zwischen Küche, Stromkasten und Dachgeschoss. Zwischendurch erfahre ich, dass das Problem durchaus mit dem durch sein Bohren ausgelösten Kurzschluss zusammenhängen könne, er aber den Fehler nicht fände. Irgendwann höre ich ihn telefonieren.

Kurz danach steht er vor mir: "Irgendwo zwischen Küche und Dachgeschoss geht die Erde verloren. Ich habe jetzt das blaue und das grün-gelbe Kabel zusammengedreht, da ich den eigentlichen Fehler nicht finde. Mit einer normalen Sicherung für das Dachgeschoss funktioniert das problemlos, nur eine FI-Sicherung dürfen Sie nicht einbauen."

In meinen Augen hört sich das nach einem "quick and dirty"-Fix an. "Und das stellt kein Sicherheitsrisiko da?", frage ich ungläubig.

"Nein, nein, diese klassische Nullung wurde früher immer gemacht!"

Wann war früher? Da ich ihn ja nicht zwingen kann, weiter nach dem Fehler zu suchen, entlasse ich ihn und sage, dass ich mich über diese "Nullung" erstmal schlau machen muss.

Ein Fachmann, den ich nach Feierabend interviewe, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: "Ich bin mir nicht sicher, ob diese Nullung nicht inzwischen sogar verboten ist!" Netterweise begibt er sich in unser Haus, klopft etwas Wand auf und findet heraus, wo die Erde auf der Strecke bleibt: Direkt über dem Anschluss in der Küche wurde irgendwann in grauer Vorzeit eine Lüsterklemme eingebaut und wieder verputzt, warum auch immer. Aus dieser Lüsterklemme ist die Erde - offenbar durch den Kurzschluss - herausgeflogen.


Bei der näheren Betrachtung der Arbeit des Obermonteuers sieht man zudem: Die Verkleidung der Kabel geht nicht immer bis zur Dose - gar nicht schön.


Wenige Tage später kommt die Rechnung von Elektrotechnik Z.: Satte 4,5 Obermonteur-Stunden wurden berechnet.

Montag, 22. August 2016

Hauskauf ist "Vertrauenssache" (Teil 1) - ... aber wem kann man heute noch vertrauen??

"Eine private Handynummer habe ich nicht!"

26. Mai 2016, 11 Uhr: Wir besichtigen (mal wieder) ein Haus. Die Anzeige hat uns eigentlich nicht vom Hocker gerissen, aber vor Ort sind wir positiv überrascht. Auf unsere Frage, wer das Haus bekommt, antwortet die Verkäuferin Frau W.-I.: "Der, der sich zuerst meldet. Eine Kollegin ist allerdings bereits sehr interessiert." Sie habe keine private Handynummer, sei aber heute noch bis ca. 16 Uhr auf der angegebenen Festnetznummer erreichbar.

13:07 Uhr: Wir rufen bei Frau W.-I. und sagen, dass wir das Haus kaufen möchten. Sie ist erstaunt, dass wir uns so schnell entschieden haben, aber nach so langer Zeit der Suche wissen wir ziemlich genau, was wir brauchen.

Wir möchten natürlich gerne einen Sachverständigen beauftragen, der das Haus und insbesondere den Preis prüft. Frau W.-I. schlägt vor, dafür das Wertgutachten zu verwenden, welches sie und ihr Mann bereits bei der Stadt in Auftrag gegeben haben. Wir möchten trotzdem gerne unseren eigenen Sachverständigen beauftragen.

8. Juni 2016, 15 Uhr: Besichtigung des Hauses mit unserem Sachverständigen. Noch am gleichen Tag laufen lt. Frau W.-I. außerdem noch sieben "Herren vom Bauamt" durch das Haus, um die Daten für das Wertgutachten zusammenzutragen.

13. Juni 2016: Wir bekommen von Herrn E. ein ausführliches Gutachten inklusive Marktwert geschickt.

Wir versuchen zweimal (13:04 Uhr und 18:40 Uhr) bei Frau W.-I. anzurufen, um vorzuschlagen, auf das Wertgutachten zu warten und dann in die Preisverhandlungen zu gehen, erreichen aber niemanden. Also schreiben wir ihr eine Mail.

"Eine junge Familie interessiert sich sehr für das Haus!"

14. Juni 2016, 19:35 Uhr: Anruf bei Frau W.-I. um 19:35 Uhr. Meine Anrufe gestern seien zu äußerst ungünstigen Zeiten gewesen, sie habe Besichtigungen gehabt und eine junge Familie sei sehr interessiert. Ja, die Mail habe sie erreicht, das sei eine gute Idee: "Das Wertgutachten soll lt. Bauamt noch diese Woche fertig werden!"

16. Juni 2016, 18:04 Uhr: Anruf von Frau W.-I., das Wertgutachten sei - leider - unvollständig, wir sollen einen Preisvorschlag machen.

17. Juni 2016: Der Sachverständige versucht mehrfach und vergeblich, Frau W.-I. zwecks Preisverhandlung telefonisch zu erreichen.

"Falls Sie morgen im Lotto gewinnen, kaufen Sie sich doch ein anderes Haus!"

18. Juni 2016 (Samstag): Herr E. hat Frau W.-I. erreicht und sich mit ihr auf einen Preis geeinigt, den er uns mitteilt. Wenn wir einverstanden sind, sollen wir Frau W.-I. anrufen und ihr das mitteilen. Beim dritten Anruf (15:04 Uhr, 18:14 Uhr und 19:02 Uhr) erreiche ich Frau W.-I., welche als "Sicherheit" gerne 5000 Euro - direkt auf ihr Konto und am Notar vorbei - von uns hätte, falls wir morgen im Lotto gewinnen. Das habe sie beim Kauf ihrer Eigentumswohnung auch so gemacht. Über so eine Sicherheit will ich mich erst informieren und mich dann wieder melden.

Überhaupt, welche Sicherheit hätten wir? Wenn morgen einer kommt und das doppelte von unserem Preis bietet, sehen wir dann unsere 5000 Euro wieder?

20. Juni 2016 (Montag): Ich erfahre von unserem Sachverständigen Herrn E., dass solche "Vorauszahlungen eher unüblich" sind. Er rät davon ab, ein Hauskauf sei "Vertrauenssache".

Herr E. hat bereits mögliche Notartermine im Juli organisiert, die er mir unterbreitet. Da wir uns an allen Tagen entsprechend frei nehmen können, versucht er mehrfach, Frau W.-I. zur Terminabsprache telefonisch zu erreichen. Da ihm dies nicht gelingt, schreibt er ihr schließlich eine Mail an ihre private und an ihre geschäftliche Adresse und bittet um Rückruf.

"Ja, was meinen Sie denn, wer wir sind?"

21. Juni 2016: Frau W.-I. ruft bei Herrn E. an. Sie scheint verschnupft, da ich mich am Vortag bezüglich der 5000 Euro nicht gemeldet habe. Herr E. erklärt ihr, dass das Risiko bei so einer "Anzahlung" alleine auf unserer (Käufer-)Seite liege und unüblich sei. Daraufhin ist sie noch verschnupfter, als hätte Herr E. ihr etwas unterstellt.

"Heute Abend kommt erst nochmal eine junge Familie, die sich sehr für das Haus interessiert!"

Zu den Notarterminen möchte sich Frau W.-I. nicht äußern. Sie habe abends nochmal eine sehr interessierte Familie, die sich das Haus ansehen wolle. Vielleicht kaufe die ja auch das Haus. Sie informiere uns dann später telefonisch über den Besichtigungsverlauf.

Als mir Herr E. vom Verlauf des Telefonats berichtet, bleibt mir kurz die Spucke weg.

19:13 Uhr: Am Telefon eine eher flapsige als kleinlaute Frau W.-I.: "Wenn Sie das Haus noch wollen ..." Ich überlege kurz zu sagen: "Ja, aber jetzt müssen wir nochmal über den Preis reden", verkneife es mir aber. Die Frau ist unberechenbar und wir wollen das Haus unbedingt haben, was ich allerdings nicht ganz so deutlich sage.

"Sie wissen ja, dass Sie beim Kauf prüfen müssen, ob wir die Wohngebäudeversicherung gekündigt haben?"

22. Juni 2016: Ich frage Herrn E., ob es stimmt, dass wir prüfen müssen, dass die Verkäufer die Wohngebäudeversicherung gekündigt haben, wie mir Frau W.-I. am Telefon mitgeteilt hat. Er reagiert fast bestürzt: Tatsächlich ist es so, dass ein Käufer die Versicherung übernimmt und nach Grundbuchumschreibung einen Monat lang Zeit hat, die Versicherung zu prüfen und zu behalten oder zu kündigen und sich eine andere Versicherung zu suchen. Ich frage mich, ob mich Frau W.-I. testen wollte oder ob sie tatsächlich keine Ahnung hat.

Ich nenne Herrn E. noch Frau W.-I.s Wunsch-Notartermin, und höre, dass wir nun auf den Fragebogen vom Notar warten müssen.

23. Juni 2016: Ich kläre Frau W.-I. per Mail über Ihren Irrtum bei der Wohngebäudeversicherung auf und bitte sie darum, der Versicherung den anstehenden Eigentümerwechsel anzukündigen. Gleichzeitig frage ich, ob sie von unserer Seite noch eine Finanzierungsbestätigung benötigt oder ob ihr unser "Wort" reicht.

24. Juni 2016 (Freitag): Frau W.-I. hat an ihre Wohngebäudeversicherung eine Mail geschrieben und diese über den anstehenden Eigentümerwechsel informiert. Mich hat sie dabei CC genommen. Auf die Anfrage wegen der Finanzierung werde ich keine Antwort mehr erhalten.

Fragebogen geht - irrtümlich - nur an Frau W.-I.

Bei uns ist noch immer kein Fragebogen vom Notariat angekommen. Ich rufe im Notariat an, ob wir vielleicht versehentlich keinen bekommen haben. Die zuständige Dame ist "heute leider nicht im Haus, erst am Montag wieder", aber es wird mir versprochen, sich darum zu kümmern. Da ich meine Mailadresse angeben musste, gehe ich davon aus, bald den Fragebogen übermittelt zu bekommen. Leider ist bis abends nichts passiert.

Also frage ich Frau W.-I. per Mail, ob sie vom Notariat bereits einen Fragebogen erhalten hat. Da sie mich selber noch bei unserem letzten Telefonat darauf hingewiesen hat, dass Notare mindestens zwei Wochen vor dem Termin alle Unterlagen und Informationen benötigen, habe ich Angst, der Termin könnte wegen unseres fehlenden Fragebogens platzen.
Hallo Frau R., ich habe das Formular bereits gestern erhalten u. heute ausgefüllt mit aktuellem Grundbuchauszug, Energieausweis im Notariat bei Fr. G. abgegeben. Man war dort recht erstaunt, da i.d.R. der Käufer besagtes Formblatt erhält. Ihnen noch einen schönen Abend. Mit freundl. Grüssen  D. W.-I.
Klingt fast wie ein Vorwurf, dass der Fragebogen bei ihr und nicht bei uns gelandet ist, oder?

Ich beschließe, am Montag nochmal im Notariat anzurufen.

27. Juli 2016, 8:46 Uhr: Ich rufe im Notariat an und habe den Notar Dr. H. selber an der Strippe. Ich bin verwirrt: "Entschuldigung, ich dachte, ich würde bei Ihrer Sekretärin rauskommen." - "Schön wäre es!"

Der Fragebogen ginge grundsätzlich nur an eine Partei raus, sonst bekäme das Notariat unter Umständen redundante Daten. Nun frage ich mich, wie Frau W.-I. alle Daten korrekt ausfüllen konnte. Zumindest unsere Steuer-IDs dürften ihr eher unbekannt sein.

10:47 Uhr: Ich erhalte eine Mail von Frau K. vom Notariat: Sie hat am 23. Juni die Mail versehentlich an die private und die geschäftliche Adresse von Frau W.-I. geschickt, an mich dafür gar nicht. In der Anrede stehen deutlich Frau W.-I. und ich.

Mein Mann und ich füllen das Formular noch am gleichen Tag aus und senden es zurück. Offenbar waren wir noch schnell genug, denn am

5. Juli 2016 ist Notartermin! Wir bringen "unseren" Sachverständigen mit, dem Frau W.-I. einen verkniffenen Gruß zuwirft und ihn - wie wenige Minuten uns zuvor - ins Sekretariat des Notariats schickt mit den Worten: "Sie müssen dort Ihren Personalausweis abgeben!" - "Nein, muss ich nicht, ich kaufe oder verkaufe heute ja nichts."

"Und was ist, wenn die Käufer nicht bezahlen?"

Der Notar rattert den Vertragstext in einer affenartigen Geschwindigkeit herunter, Frau W.-I. stellt unsere Liquidität kurz in Frage, und schon ist alles vorbei. Da das Ehepaar nach 20 Jahren noch Restschulden auf dem Haus hat, muss der Notar erst die Bank kontaktieren, bevor er uns die Zahlungsaufforderung schicken kann. Das wird "erfahrungsgemäß vier bis sechs Wochen" dauern. Schade, damit fühlen wir uns dem Haus noch nicht wirklich näher ...

Frau W.-I. verabschiedet sich mit einem breiten Grinsen, sie müsse jetzt wieder arbeiten (gruselige Vorstellung, dass so jemand in einer psychologischen Beratungsstelle beschäftigt ist) und verschwindet samt Ehemann, der wie gewohnt so gut wie nichts gesagt hat.

Abends ist die Haus-Anzeige im Internet deaktiviert.

Weiter mit Teil 2: "Die Sache mit dem Wertgutachten" (in Arbeit)

Dienstag, 26. Juli 2016

Zum eigenen Haus mit Maya Hauswelten? Teil 9: Schluss mit lustig

Nach dem letzten lieblosen Kontaktaufnahmen von Maya Hauswelten, ist es ruhig geworden. Zumindest was die direkte Kommunikation betrifft. Fortsetzung von "Zum eigenen Haus mit Maya Hauswelten? Teil 8: Sie geben nicht auf"

Wir werden auf anderem Weg an Herrn E. und Herrn B. erinnert:

12. Juli 2016: Wir erhalten zwei Briefe von Netze BW. 

Erster Betreff: "Ihre Anmeldung vom 08.07.2016 76684 Östringen - Gustav-Heinemann-Str. 9999/1"

Zweiter Betreff: "Füßbodenhauseinführung Östringen - Gustav-Heinemann-Str. Flur 13xxx/4"

Ich schaue in unseren Unterlagen nach: Tatsächlich, bei "Flur 13xxx/4" handelt es sich um "unsere" Doppelhaushälfte! Aber was soll ich da vor vier Tagen angemeldet haben? Ich frage bei dem angegebenen Kontakt nach, wie er die Anmeldung erhalten hat. Prompte Antwort:
[...]ich hatte eine Anfrage von Maya Hauswelten zu den kosten für einen Hausanschluss. Auf den Plänen war Ihre Adresse angegeben, um frühestmöglich Informationen von einem Bauvorhaben zu erhalten habe ich Ihnen diese Briefe zugesendet.
Wir leiten die Mail an Herrn E. und Herrn B. von Maya Hauswelten weiter:
Hallo Herr E., hallo Herr B.,
können Sie uns das bitte erklären?! 
Grüße
Michaela R.
Herr B. antwortet gleich:
Guten Tag Frau R.,
damit habe ich nichts zu tun! Bitte klären Sie das direkt mit Herrn E. ab.
Ps. Ich bin nicht mehr für die Firma Maya tätig.
14. Juli 2016: Wir erhalten gleich zwei Anrufe von Maya. Zuerst spreche ich mit Herrn Sch., der sich ziemlich kleinlaut entschuldigt, sei ihm noch nie passiert. Natürlich hätte unsere Adresse nicht mit rausgehen sollen! Kurz danach spricht mein Mann mit Herrn E., der die Gelegenheit nutzt, Eigentumswohnungen anzupreisen. Danke, kein Bedarf. Wir lassen uns aus der Datenbank bei Maya Hauswelten löschen.

So endete unsere "Zusammenarbeit" mit Maya Hauswelten. Nach über einem Jahr konnten sie uns nicht zu einem neuen Eigenheim verhelfen.


Alle 9 Teile:

Mittwoch, 13. Juli 2016

Zum eigenen Haus mit Maya Hauswelten? Teil 7: Das war wohl nix

Ding hatte jetzt viel Weile. Aber ob das gut war? Fortsetzung von "Zum eigenen Haus mit Maya Hauswelten? Teil 6: Oh, da müssen wir aber Gas geben!"

15. April 2016: Dritter Termin bei Maya Hauswelten. Anwesend ist nur Herr B.; Herrn E., wegen dem wir den Termin extra verschoben haben, vermissen wir. Er taucht auch während des Gesprächs nicht mehr auf.

Herr B. präsentiert uns ein Haus
  • voll unterkellert
  • Fliesenboden, Laminat 
  • Bad mit Dusche, Bad mit Wanne
  • 1 Stellplatz
  • ca. 143qm Wohnfläche
  • ca. 270qm Grundstück
  • 295.781 Euro (Haus) + 81.000 Euro (Grundstück) = 374.781 Euro
Vollunterkellerung ist - nach unseren Informationen vom 18. Februar - überhaupt nicht möglich, da die andere Doppelhaushälfte bereits steht und keinen Keller hat. Somit muss ein gewisser Abstand beim Keller gewahrt werden, damit das Nachbarhaus nicht wegsackt. Daher sind die hingeklatschten Grundrisse (O-Ton - sinngemäß - Herr B.: "Ich bin froh, dass mir Frau X überhaupt etwas auf die Schnelle gezeichnet hat!") hinfällig, da sich insbesondere die Kellertreppe direkt an der Wand zum Nachbarhaus befindet.

Der Zugang zum Haus soll über den Einstellplatz und längs durch den Garten erfolgen. Als wir nach dem "Geh- und Fahrtrecht" fragen, was sogar auf einem unserer Grundrisse eingezeichnet ist, tut Herr B. so, als habe es das nie gegeben, als sei immer schon der Zugang längs durch den Garten geplant gewesen.

Das Grundstück ist eher kleiner als das Angebot vom 18. Februar, das Haus lediglich 4qm größer - und trotzdem soll es etwa 75.000 Euro mehr kosten!

Leider fällt mir in dem Moment nicht ein, dass ich die eigentlichen Eckdaten, wegen denen wir am 18. Februar angereist waren, hervorzuholen und zum Vergleich zu präsentieren. Zu gerne hätte ich gehört, was Herr B. dazu gesagt hätte!

Auf dem Zettel "Musterberechnungsbeispiel Gesamtkostenkalkulation" (dort geschätzter Gesamtpreis mit Baunebenkosten, Carport und diversen Anträgen und -schlüssen: 423.246,29 Euro) finden wir zudem noch den Punkt "Maklerprovision", obwohl Maya Hauswelten auf allen uns bekannten Anzeigen damit wirbt, keine Provision zu nehmen! Hier werden offenbar die (üblichen) 3,57% genommen, wenn auch "nur" auf den Grundstückspreis.

Wir erbeten uns Bedenkzeit, da wir sprachlos sind, dass nach acht Wochen nichts Vernünftiges herausgekommen ist und nicht mal der Preis annähernd gehalten wurde!

20. April 2016: Wir schreiben Herrn B. eine Mail mit den oben genannten Kritikpunkten. Das Bauvorhaben sagt uns so nicht zu.

25. April 2016: Wir bekommen von Herrn E. eine Mail. Das Geh- und Fahrtrecht hat der ehemalige Grundstückseigentümer "verschlumpft"; was im Bebauungsplan der Stadt noch vorgesehen war, wurde leider nicht umgesetzt. Der jetzige Eigentümer ließe da auch nicht mit sich reden.

26. April 2016: Anruf von Herrn E., der seine Mail noch etwas ausführlicher besprechen möchte. Dabei präsentiert er ein paar weitere Ideen, die ich mir ohne Bild nicht vorstellen kann. Er verspricht, mir diese Ideen per Mail zukommen zu lassen.

4. Mai 2016 (Mittwoch, 8 Tage später): Die "Ideen" sind da.
  • Wir können ein zusätzliches Stückchen Grundstück erwerben, um unsere Autos dort zu parken. Allerdings darf dort weder Carport noch Garage errichtet werden (im Gegensatz zu dem eigentlich geplanten Auto-Standort). So müssten wir uns nicht mehr zwischen den Autos durchzwängen, um zum Haus zu kommen. Der Zugang quer durch den Garten muss jedoch bestehen bleiben.
  • Statt gesamter Unterkellerung des Hauses können wir einen Anbau mit 6,53qm errichten lassen, um unsere Sachen unterzubringen.
Nach gut einer Woche hätten wir mehr erwartet. Was der Spaß kosten soll, wissen wir auch nicht. Zudem ist "kein Keller" keine Option, hier sollten Waschkeller, Stauraum und Hobbykeller ihren Platz finden. Schlussatz:
Bitte geben Sie uns eine Rückmeldung nach dem Wochenende.
Erst nicht rühren und dann drängeln?

10. Mai 2016 (Dienstag, 6 Tage später): Anruf von Herrn B., wir sind nicht da. Keine Nachricht auf dem AB. Wir antworten pflichtbewusst um 19:33 Uhr:
Hallo Herr B.,
uns sagt die Planung so nicht zu, wir müssten zu viele Abstriche machen - nicht zuletzt wegen des fehlenden Weg- und Fahrtrechts. Wir müssen wohl weitersuchen.
Mit freundlichen Grüßen
  Michaela Rühl
19:36 Uhr ruft Herr B. erneut an (ohne die Mail gelesen zu haben) und fragt, ob uns die Vorschläge zugesagt hätten. Ich wiederhole also den Inhalt meiner Mail und Herr B. verspricht sich zu melden, sobald für uns passende Angebote vorliegen.

11. Mai 2016: Herr B. gräbt ein Grundstück in Östringen aus, auf das zwei Doppelhaushälften gesetzt werden könnten - sofern Maya Hauswelten noch einen zweiten Interessenten findet.

12. Mai 2016: Wir schauen uns das (winzige?) Grundstück (in einer engen Straße) am nächsten Tag live und in Farbe an. Vielleicht ein Fehler, dies am frühen Nachmittag zu tun. Um aus der Straße wieder heraus zu kommen, muss man mutig rechts herum in die Kuhngasse einbiegen, obwohl man nicht sieht, wer sich hinter der Kurve mit voller Fahrt von links nähert. Falls einem kein Auto in den Kofferraum knallt, steht man - ganz entspannt mit viel (Warte-)Zeit - als Linksabbieger an der Hauptstraße herum und ist auf die Nettigkeit der anderen Autofahrer angewiesen. Vorlassen ist offenbar out, stellen wir fest. Eine gefühlte Ewigkeit später rollen wir endlich wieder und wissen: Da nicht! Am nächsten Tag sagen wir auch das Alternativgrundstück ab.

Wir fragen uns, ob man tatsächlich mit Maya Hauswelten zu einem Haus kommen kann. Weiter mit "Zum eigenen Haus mit Maya Hauswelten? Teil 8: Sie geben nicht auf"


Alle 9 Teile:

Teil 1: Nur der Vertrieb
Teil 2: grund-immobilien-bau gmbh löst Maya Hauswelten ab
Teil 3: Bemusterungstermin
Teil 4: Aus die Maus

Zum eigenen Haus mit Maya Hauswelten? Teil 6: Oh, da müssen wir aber Gas geben!

Aus zwei wurden fast fünf Wochen. Gut Ding will Weile haben, oder? Fortsetzung von "Zum eigenen Haus mit Maya Hauswelten? Teil 5: Zurück zu Maya Hauswelten"

23. März 2016: Zweiter Termin bei Maya Hauswelten mit Herrn E., ihm zur Seite sitzt Thomas B., der überwiegend das Gespräch führt. Er geht mit uns eine Art Fragebogen durch, auf dem Details zu unseren Hausanforderungen festgehalten werden. Warum wir dazu nach Ubstadt-Weiher bestellt wurden, ist uns nicht ganz klar. Zum Einen hatten wir diese Details bereits am 18. Februar besprochen, zum Anderen hätten die Fragen auch schnell am Telefon geklärt werden können. Ob sich diese Details auf dem konkreten Bauplatz realisieren lassen ist ... noch nicht geklärt!

"Wann möchten Sie denn gerne einziehen?" (Herr B.)

"Sofort!" (wir)

"Oh, da müssen wir aber Gas geben!" (Herr B.)

In zwei Wochen will Herr B. uns etwas Konkretes präsentieren. Einen Termin können wir aber erst für den 15. April 2016 machen (in gut drei Wochen), weil es dann Herrn E. "besser passt".

24. März 2016: Wir schreiben Herrn B. eine Mail mit unseren Ideen, da wir uns nicht sicher sind, ob am Vortag alles aufgenommen wurde. Auf die Mail erhalten wir keine Antwort.

5. April 2016: Wir schreiben Herrn B. eine Mail mit einem Verweis auf ein Online-Angebot von Maya Hauswelten, welches zu unseren Anforderungen passen könnte, und bitten darum, es mit auf die Agenda vom 15. April zu nehmen. Auf die Mail erhalten wir keine Antwort.

Mit entsprechend geringen Erwartungen fahren wir zu unserem dritten Termin nach Ubstadt-Weiher. Weiter mit "Zum eigenen Haus mit Maya Hauswelten? Teil 7: Das war wohl nix"


Alle 9 Teile:

Teil 1: Nur der Vertrieb
Teil 2: grund-immobilien-bau gmbh löst Maya Hauswelten ab
Teil 3: Bemusterungstermin
Teil 4: Aus die Maus

Zum eigenen Haus mit Maya Hauswelten? Teil 5: Zurück zu Maya Hauswelten

Wir brauchen noch immer eine neue Bleibe, nachdem der Bau unseres Reihenhauses geplatzt ist. Fortsetzung von "Zum eigenen Haus mit Maya Hauswelten? Teil 4: Aus die Maus"

18. Februar 2016: Unser erster Termin bei Maya Hauswelten in Ubstadt-Weiher live vor Ort, es begrüßt uns Herr Oliver E., der sich sehr wohl an uns und unser Zusammentreffen im Mai letzten Jahres erinnert.

Wir verweisen auf eine Anzeige für eine Doppelhaushälfte bei einem der gängigen Immobilienportale, in der Maya Hauswelten ein Haus in Östringen mit unter anderem folgenden Merkmalen inseriert hat:
  • voll unterkellert
  • Zentralheizung
  • Fliesenboden, Laminat 
  • Bad mit Dusche, Bad mit Wanne
  • 5 Zimmer
  • 1 Stellplatz
  • ca. 139qm Wohnfläche
  • ca. 292qm Grundstück
  • 299.000 Euro
  • Baujahr 2015
  • frei nach Vereinbarung
Der Gesamtpreis € 299.000,-- beinhaltet das Grundstück und die MWST, Hausüberdachung, Zuwege, Terrasse, inkl. Stellplatz, die Bodenbelags-, Malerarbeiten. Zzgl. der üblichen Baunebenkosten. (Originaltext aus der Anzeige)
Da es sich bei allen Bildern um Computerzeichnungen und Musterhausabbildungen handelt, gehen wir davon aus, dass es sich um ein projektiertes Haus handelt. Da jedoch als Baujahr 2015 angegeben ist, möchten wir Herrn E. gerne ins Schwitzen bringen, als wir nach einer Besichtigung des Objekts fragen. Immerhin entsprechen Größe, Preis und Ausstattung genau unseren Vorstellungen.

Herr E. geht auf unsere Besichtigungs-Frage gar nicht ein sondern "zaubert" ein "ganz neues" Grundstück hervor, was gegenüber dem Bauplatz in der Gustav-Heinemann-Straße in Östringen liegt, auf dem eigentlich unser Reihenhausscheibchen hätte gebaut werden sollen. Ob es sich hierbei um das Grundstück handelt, welches in der Anzeige angeboten wird, behält Herr E. für sich. Allerdings scheint es sich hier nur um ca. 270qm zu handeln, was dagegen spricht.

Dieser Bauplatz liegt hinter einem bereits bebauten Grundstück "versteckt", auf dem vorderen Grundstück ist allerdings ein "Geh- und Fahrtrecht" eingezeichnet.

"Ist also kein Problem", wird uns versichert.

Wir schauen uns das Grundstück am nächsten Tag vor Ort an. Trotz anfänglicher Skepsis ("Wer weiß, wo er das Ding jetzt hergezaubert hat, vielleicht ein Ladenhüter?") können wir uns vorstellen, dort zu wohnen. Herr E. will klären, ob auf dem Grundstück ein Haus mit unseren Anforderungen in unserem Preisrahmen ("Mit 320.000 Euro sollten wir gut hin kommen", so oder so ähnlich klingt es mir noch im Ohr) erstellt werden kann:
Unser Ziel: In 14 Tagen mehr zu wissen.
(Antwort von Herrn E. am 19. Februar 2016 + 14 Tage = 4. März 2016)
6. März 2016: Wir fragen nach, ob es neue Erkenntnisse bezüglich unseres Bauvorhabens gibt. Antwort am 7. März:
[...] ich hoffe auf Klarheit in KW12.
Wir können gern schonmal einen Termin ausmachen.
KW12 ist die Woche vom 21. März. Ich mache also telefonisch mit seinem Büro einen Termin am 23. März 2016 aus. Somit werden aus den zugesagten "14 Tagen" fast fünf Wochen, bis wir Herrn E. wiedersehen. 

Weiter mit "Zum eigenen Haus mit Maya Hauswelten? Teil 6: Oh, da müssen wir aber Gas geben!"


Alle 9 Teile:

Teil 1: Nur der Vertrieb
Teil 2: grund-immobilien-bau gmbh löst Maya Hauswelten ab
Teil 3: Bemusterungstermin
Teil 4: Aus die Maus

Samstag, 28. Mai 2016

Ein M.O.R.D.s-Team: Im Zyklusfinale hören wir "Das Echo des Schreis" (5 Sterne von 5)



Nachdem im letzten (11.) Band der Leser bereits erfahren hat, wer Mariettas Mörder ist, habe ich mich natürlich gefragt, was noch groß im 12. Band, dem Zyklusfinale, passieren soll. Und es passiert eine ganze Menge!

Der Schnellstoffwechlser Randy wird rechtzeitig von seiner Tante gefunden und fortan von Erna, Vince und Sonjas Bruder im Krankenhaus bewacht. Und das ist gut so! Neben dem Leser weiß ja auch Randy, wer Marietta umgebracht hat und stellt somit eine vom Mörder besser zu beseitigende Gefahr dar!

Mason, Olivia, Danielle und Sonja brauchen noch eine Weile, bis auch sie dahinter kommen, wer der Mörder ist. Bis dahin hätte ich mich beim Lesen mehrfach gerne in die Szene gebeamt und den Freunden zugerufen: "Mensch, der Mörder ist doch ...!"

Als sie es doch - sehr befreiend für mich! - endlich heraus bekommen haben, haben sie eine phantastische Idee, wie sie alle darüber informieren. Der sicherste Weg, wie der Mörder nicht davon kommen kann.

Ein paar Handlungsstränge lösen sich schließlich noch auf (den Landstreicher, den armen Nick, hatte ich gar nicht mehr auf dem Radar), dafür bleiben andere Dinge ungelöst. Oder habe ich beispielsweise überlesen, was mit dem Zwillingsbruder von Alice ist? Ich bin gespannt, sicherlich taucht er im nächsten Zyklus auf!

Cover Band 12 (Quelle: http://www.greenlight-press.de/images/mt_coverdetailseite/mtcover12.jpg)
Um die Zeit bis zum nächsten Band zu verkürzen, kann man sich (wieder) Bonusmaterial auf der Seite des Autors besorgen:
  • Willkommen daheim
  • Schweigen im Schatten
Gefühlt habe ich an diesem Band etwas länger gelesen als sonst. Ob das tatsächlich so ist, weiß ich nicht, da mein Kindle bezüglich Seitenanzahl und voraussichtlich restliche Lesedauer oft komische Sachen anzeigt ...


Siehe auch
Band 1 "Der lautlose Schrei" von Andreas Suchanek Zusammenfassung
Band 2 "Auf tödlichen Sohlen" von Nicole Böhm
Band 3 "Eine verhängnisvolle Erfindung" von Ute Bareiss
Band 4 "Gefährliche Spiele" von Andreas Suchanek
Band 5 "Schatten der Vergangenheit" von Andreas Suchanek
Band 6 "Das gefälschte Pergament" von Andreas Suchanek
Band 7 "In den Trümmern" von Andreas Suchanek - Bonusmaterial
Band 8 "Das Böse im Spiegel" von Andreas Suchanek - Bonusmaterial
Band 9 "Die Macht des Grafen" von Andreas Suchanek
Band 10 "Ein Rennen gegen die Zeit" von Andreas Suchanek - Bonusmaterial
Band 11 "1984" von Andreas Suchanek - Bonusmaterial